Recruiting ohne Bullshit-Bingo: Wie Arbeitgeber echte Vorteile kommunizieren (statt leerer Versprechen)
Warum klassische Stellenanzeigen nicht mehr überzeugen
"Wir bieten ein dynamisches Umfeld mit flachen Hierarchien und spannenden Herausforderungen!"
Kommt dir das bekannt vor? Kein Wunder, denn solche Phrasen finden sich in fast jeder zweiten Stellenanzeige. Das Problem? Sie sagen eigentlich nichts aus und erzeugen nur noch ein müdes Lächeln bei Kandidaten.
In Zeiten von Fachkräftemangel müssen Unternehmen klarer kommunizieren, warum es sich lohnt, sich bei ihnen zu bewerben. Authentizität und echte Benefits statt generischer Floskeln sind der Schlüssel. In diesem Beitrag zeigen wir, wie Arbeitgeber ihre Stellenanzeigen und Karriereseiten so gestalten, dass sie tatsächlich Interesse wecken – ohne Bullshit-Bingo.
Warum generische Phrasen Kandidaten abschrecken
Hast du schon einmal eine Stellenanzeige gelesen und dir gedacht: "Das könnte wirklich jedes Unternehmen sein"? Genau das ist das Problem. Arbeitgeber haben oft das Gefühl, dass sie modern und attraktiv klingen müssen, greifen aber auf dieselben nichtssagenden Standardformulierungen zurück:
"Wir sind ein junges, dynamisches Team!"
"Wir bieten eine attraktive Vergütung!"
"Wir haben flache Hierarchien!"
Doch was bedeuten diese Aussagen wirklich? Ein "junges Team" kann auch heißen, dass ältere Bewerber unerwünscht sind. "Attraktive Vergütung" ist nichtssagend, wenn kein Gehaltsrahmen genannt wird. Und "flache Hierarchien"? Bedeutet oft nur, dass niemand so richtig weiß, wer entscheidet.
Wie Kandidaten auf Phrasen reagieren
Bewerber haben in den letzten Jahren gelernt, zwischen den Zeilen zu lesen. Wenn Unternehmen unkonkret bleiben, wirken sie unseriös oder als hätten sie nichts wirklich Attraktives zu bieten. Die Folge? Gute Kandidaten springen ab oder bewerben sich erst gar nicht. Wer sich von der Konkurrenz abheben will, muss präziser sein.
Was Kandidaten wirklich interessiert
Moderne Arbeitnehmer legen Wert auf Transparenz, Weiterentwicklung und eine echte Unternehmenskultur.
Das bedeutet:
Klare Gehaltsangaben: 70.000 € brutto pro Jahr klingt besser als "leistungsgerechte Vergütung".
Echte Einblicke in den Arbeitsalltag: Ein kurzes Video mit Teammitgliedern sagt mehr als leere Worthülsen.
Flexibilität & Work-Life-Balance: Statt "moderne Arbeitsweise" lieber konkret: "3 Tage Homeoffice pro Woche".
Weiterbildungsmöglichkeiten: Welche Programme gibt es? Werden sie finanziert? Gibt es Entwicklungsperspektiven?
Erfolgsbeispiele aus der Praxis
Ein Unternehmen im IT-Bereich überarbeitete seine Karriereseite. Vorher nutzte es Floskeln wie "spannende Aufgaben". Wir haben bei der Zusammenarbeit angefangen konkrete Beispiele zu nennen: "Bei uns arbeitest du an der Automatisierung von Produktionsprozessen in der Automobilindustrie." Ergebnis? Eine um 35 % höhere Bewerberquote.
Wie man eine überzeugende Stellenanzeige schreibt
Eine starke Stellenanzeige folgt einer klaren Struktur:
Der Einstieg: Weg mit generischen Einleitungen
Schlecht: "Wir suchen eine/n motivierte/n Softwareentwickler/in für unser innovatives Unternehmen."
Besser: "Wir suchen dich als Softwareentwickler (m/w/d), um unser IT-Team zu verstärken. Dein Schwerpunkt: die Entwicklung von cloudbasierten Lösungen für die Automobilbranche."
Die Aufgaben: Klar und verständlich formulieren
❌ "Du übernimmst vielfältige Aufgaben in einem dynamischen Umfeld." ✔ "Du entwickelst Softwarelösungen für unsere Kunden und optimierst bestehende Anwendungen."
Anforderungen: Realistisch bleiben
Viele Unternehmen schrecken potenzielle Kandidaten durch überzogene Anforderungen ab.
Stattdessen:
Zwischen Muss- und Kann-Kriterien unterscheiden: Was ist wirklich notwendig, was kann man lernen?
Auf weiche Faktoren achten: Sozialkompetenzen sollten konkret benannt werden.
Diversität fördern: Keine unnötigen Hürden für bestimmte Altersgruppen oder Hintergründe aufbauen.
Benefits: Was bietet das Unternehmen wirklich?
❌ "Attraktive Vergütung" ✔ "Gehalt zwischen 65.000 – 75.000 € brutto pro Jahr, abhängig von Erfahrung."
❌ "Moderne Arbeitsumgebung" ✔ "Zwei voll ausgestattete Remote-Arbeitsplätze pro Mitarbeiter."
Karriereseiten, die wirklich überzeugen
Eine Karriereseite ist oft der erste Kontaktpunkt für Bewerber. Damit sie nicht wie eine PR-Maschine wirkt, sollte sie:
Echte Mitarbeitertestimonials enthalten – nicht nur Marketingsprache.
Bilder und Videos aus dem Unternehmen zeigen – keine Stockfotos.
Direkte Kontaktmöglichkeiten bieten – nicht nur ein Formular, sondern Ansprechpartner nennen.
Fragen vorwegnehmen – z. B. durch eine FAQ-Sektion.
Authentizität schlägt Marketing-Blabla
Unternehmen, die sich von Standardfloskeln verabschieden und stattdessen echte Einblicke und klare Fakten liefern, haben einen entscheidenden Vorteil im Wettbewerb um Fachkräfte. Wer transparent über Gehalt, Aufgaben und Unternehmenskultur spricht, gewinnt das Vertrauen der Bewerber – und damit die besten Talente.
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Wir freuen uns auf dich!